10.05.2019
19:00

Josch H. Pfisterer - Ausstellung

Surreale Gedanken - Werke aus 50 Jahren Kunstschaffen

Laudatio

Sylvia Mader Kunsthistorikerin

Musikalische Untermalung: Die Wohngemeinschaft

Der Tiroler Künstler Josch H. Pfisterer wuchs in Grins auf. Sein künstlerisches Talent wurde schon früh von seiner Mutter ent- deckt und gefördert. Im Alter von 13 Jahren erhielt er von einem Onkel sein erstes Auftragswerk, ein Portrait von seinem Vater anzufertigen. Nach dem erfolgreichen Abschluss der allgemeinen Schulpflicht absolvierte Pfisterer eine dreijährige Lehre zum Werbegestalter und Schildermaler mit Zusatzaus- bildung zum Siebdrucker.

Anfang der 80iger Jahre zog es Pfisterer in die Großstadt Düsseldorf, wo er siebend Jahre verbrachte. Verfeinerung künstlerischer Techniken der Ölmalerei, des Zeich- nens und der Pastellmalerei. Dort ändert sich sein Stil vom Realismus zum Surrea- lismus und zum Fantastischen Realismus. Während dieser Zeit hatte er die Chance namhafte Künstler, wie Joseph Beuys, Gerhard Richter, Jörg Immendorff, Petra Ellert persönlich kennenzulernen. Es war eine wichtige Erfahrung für ihn, Tür an Tür mit ihnen zu arbeiten und dadurch wichtige Eindrücke mitnehmen zu können.Er trat dem Künstlerkreis Spektrum 76 in Düsseldorf und der Künstler-Gruppe Wuppertal bei. In dieser Zeit entstand sein größtes Werk, eine Wandmalerei im Ausmaß von 10 x 15 Meter.

Zurück in Tirol entstanden weiter großflächige Illusionistische Malereien. Mitte der 1990iger Jahre setzte er die Bildenden Kunst etwas zurück. In dieser Zeit entstehen zwar zahlreiche Skizzen, kleinere Werke und eine Serie von vier Blumenbildern, in der er den Wandel der Zeit und den Verfall der Dinge thematisiert. Im Nachhin- ein bezeichnet Pfisterer diesen Lebensabschnitt als wichtigen Reifeprozess auf dem Weg seiner Selbstfindung und der Findung seines ganz persönlichen künstlerischen Stils. Erst seit 2007 widmet sich Pfisterer wieder vermehrt der Malerei und Grafik.

Seine meist eher kleinformatigen Bilder entstehen oft spontan. „Alles fängt mit ei- nem Strich oder einem Kreis an“ woraus sich dann das Bild entwickelt, so Pfisterer. Man könnte sagen, seine Traumlandschaften wachsen regelrecht aus dem Stift aufs Papier. Er entführt den Betrachter in eine andere Welt und ermöglicht ihm so sei- nen Alltag oft nur für wenige Augenblicke zu verlassen. Lange Zeit waren Tusche, Bleistift, Farbstifte, Öl und Acryl seine bevorzugten malerischen Ausdrucksmittel, aber ab Herbst 2010 entdeckte Pfisterer die Vielfalt der Radierung für sich.

Wenn man Josch H. Pfisterers phantastische, surreale Traum-Bildlandschaften be- trachtet, kommen unweigerlich Erinnerungen an Salvador Dali auf, der von Pfisterer zwar sehr verehrt, aber trotzdem nie zum Vorbild gemacht wurde.

Josch H. Pfisterer lebt und arbeitet als freischaffender Künstler und Filmschaffender in Innsbruck.

 

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